Unlingen-Pfarrkirche 2017-05-06T15:18:54+00:00

Pfarrkirche St. Maria Immaculata in Unlingen

Ländlicher Barock mit Vorgeschichte

Unsere Pfarrei wurde erstmals im Jahre 1163 urkundlich erwähnt. Schätzungen besagen, dass die Pfarrei Unlingen etwa um 900 entstanden ist. Damals gehörten wir zum Bistum  Konstanz, welches bereits Ende des 6. Jahrhunderts durch die Allemannen gegründet wurde. Nachdem dieses später in Archidiakonate und Dekanate eingeteilt wurde, gehörten wir zum Archidiakonat des Herrn von Reutlingen auf der Alb, da unser Unlingen Anno 1275 im Landkapitel Hayingen lag. Ab dem Jahr 1817 gehörte Unlingen dann zum Dekanat Riedlingen und Generalvikariat Ellwangen. Seit 1827 unterstehen wir dem Bistum Rottenburg. Trotz lutherischer Bewegungen, die durchaus auch in unserer Gegend spürbar waren, blieb Unlingen katholisch.

Die Geschichte unserer Kirche reicht wahrscheinlich bis ins 12. Jahrhundert zurück. Urkundlich erwähnt wird sie allerdings erstmalig im Jahr 1269. Ein Dokument aus diesem Jahr besagt, dass die Mutter Gottes die Patronin der alten Pfarrkirche war. In einem Ablassbrief aus dem Jahr 1339 heißt es, die Pfarrkirche sei  zu Ehren der Mutter Gottes und der hlg. Katharina gestiftet worden. Der Umstand aber, dass das benachbarte Frauenkloster  mit  „… bei der Maria Heimsuchung“ betitelt wurde, legt nahe, dass dies der Titel der Pfarrkirche war. Unter Dekan Kleber im 18. Jahrhundert, wurde es Brauch, das Kirchenpatrozinium am Fest Maria unbefleckte Empfängnis zu feiern. Seit ca. 1535, der Reformationszeit, befindet sich eine Muttergottesstatue aus Schorndorf in unserer Pfarrkirche.

Während des 30-jährigen Krieges wurde die Kirche mehrfach geplündert. Die älteste noch erhaltene Glocke im Geläut, die auch die schwerste und tiefste ist, stammt aus dem Jahr 1677. Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche – wie sehr viele andere in der Gegend – umgebaut und barockisiert. So fand ab dem Jahr 1719 ein grundlegender Umbau samt Umgestaltung an. 1720 erhielt die Kirche die heutigen Nebenaltäre mit Mariendarstellungen (Franz Joseph Spiegler) und die Kanzel (Johann Baptist Hops). Da der Turm einsturzgefährdet war, wurde er im Jahr 1770 umgebaut. 1772 schuf Johann Georg Mesmer die heutigen Deckengemälde im Kirchenschiff und im Chor. Der Chorraum wurde um 1780 neu ausgestattet: Der zentrale Hochaltar ist ein Werk von Johann Joseph Christian und seinem Sohn Franz Joseph Christian. Letzterer zeichnete auch verantwortlich für die zahlreichen Stuckarbeiten und das Chorgestühl. Vater und Sohn Christian waren weithin bekannte Künstler aus Riedlingen. Sie haben beispielsweise auch zahlreiche Kunstwerke der Stiftskirche in Bad Buchau geschaffen.

Eine umfangreiche Außenrenovierung der Kirche gab es im Jahr 1885. 1921 als auch 1998 stand eine Innenrenovation an. Das Dach des Turmes sowie die Außenfassade restaurierte die Kirchengemeinde zuletzt im Jahre 2006.

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Kreuzigungsgruppe an der Südwand des Kirchenschiffs

Darstellung von Christus (Mitte) und den Evangelisten Markus (links) und Lukas (rechts) an der Kanzel (Johann Baptist Hops, 1720)