Uttenweiler-Pfarrkirche 2017-05-05T02:15:06+00:00

Pfarrkirche St. Simon und Judas in Uttenweiler

Barock mit langer Vergangenheit

Die barocke Pfarrkirche unserer Gemeinde basiert auf einem spätgotischen Vorgängerbau aus dem Jahr 1472, der als Klosterkirche für ein Augustinermönchskloster errichtet wurde, welches 1449 in Uttenweiler von Berthold von Stein gestiftet worden war. Schon diese spätgotische Kirche hatte zwei Türme. 1710 erfolgte ein kompletter Umbau des Gotteshauses und die Barockisierung. Vermutlich hat der Barockbaumeister Franz Beer diesen Umbau in eine einschiffige Kirche im Vorarlberger Wandpfeilerschema mit umlaufenden Emporen geleitet. Das Langhaus erhielt reiche und filigrane Stuckierungen, die Türme Zwiebelhauben mit Laternen – beides typisch für Franz Beer, der zusammen mit Michael Thumb auch am Bau der Klosterkirchen Obermarchtal und Schöneberg ob Ellwangen mitgewirkt hatte sowie u. a. der Basilika von Weingarten ihr Gepräge gegeben hat. Auffallend an seinen Kirchenbauten sind ebenfalls die weit auseinandergestellten Doppelturmanlagen. Die spezielle Bauform im Wandpfeilerschema reicht letztlich jedoch auf spätgotische Vorbilder zurück, wie z.B. die Frauenkirche in München.

1803-1806 kam es im Zuge der Säkularisierung zur Auflösung des Augustinermönchsklosters in Uttenweiler. 1814 wurde die Kirche renoviert, 1848 wurde das Kirchenschiff um ein Joch (ca. 7 m) verlängert, um die Aufstellung der Orgel vom Chorraum auf die Westempore zu ermöglichen. Die barocke Fassade im Westen mit Volutengiebel und dem Sprenggiebelportal wurde in diesem Zuge abgebrochen und durch einen Staffelgiebel ersetzt.

1873-1875 erfolgte eine weitere Renovation mit dem Bau der heutigen Sakristei. Auch wurden hier die Evangelisten-Fresken an den Chorwänden angebracht (Josef Traub/Zwiefalten). In einer großen Maßnahme 1910-1911 wurde der ornamentale Schmuck und die Deckenfresken restauriert (zum Teil auch neu angelegt bzw. „umgestaltet“), neue Stuckaturen im Chor und im Chorbogen angelegt (J. Maier/Waldsee), die Orgel fast komplett erneuert (Reiser/Biberach) sowie ein neuer Hochaltar eingebaut (Schnell/Ravensburg).

Bei der Renovation 1959-1960 wurde der Kreuzweg eingebracht (von Öpfingen), das große Bronzeportal im Westen eingebaut mit den vier Geheimnissen der Heilsgeschichte (Hilde Broer/Leutkirch) sowie ein neuer Tabernakel (Josef Henger/Ravensburg).

Die letzte große Innenraumrenovation erfolgte 1987-1989: Neuer mit Reliefs (Faber, 1727) verkleideter Volks- und Hochaltar, Dautengrab-Verlegung und Erneuerung der Grabplatte der seligen Uta, Renovation der Wände, des Ornamentschmucks, der Marmorierenden und der Fresken durch Kirchenmaler Lorenz Paul/Uttenweiler.

Nach einer Außenrenovation 1993 waren noch Instandsetzungsarbeiten am Dach, am Dachstuhl und den Zwiebeltürmen notwendig inklusive statischer Gewölbeentlastungsmaßnahmen, die von 2000 bis 2007 dauerten. In diesem Zuge wurde auch ein behindertengerechter Zugang zur Kirche geschaffen.

(Quelle: Herbert Arbter)

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Die zwei markanten Zwiebeltürme der Uttenweiler Pfarrkirche

Die Figur des heiligen Augustinus (1888) mit dem typischen brennenden Herzen in der Hand an der Westwand der Kirche erinnert noch an den ursprünglichen Zweck der Kirche als Abteikirche des ortsansässigen Augustinerklosters.